Hausgeld berechnen: Was zahlt der Vermieter wirklich?

Das Hausgeld ist eine der größten versteckten Kostenpositionen für Eigentümer von Eigentumswohnungen. Wer als Kapitalanleger eine Wohnung kauft, muss wissen: Ein Teil des Hausgeldes ist nicht auf den Mieter umlegbar — und dieser Anteil reduziert den monatlichen Cashflow direkt. Ein Hausgeld-Rechner für Eigentumswohnungen muss diesen Vermieteranteil sauber ausweisen.

Was ist Hausgeld und warum ist es für Kapitalanleger wichtig?

Das Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung an die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Es deckt die laufenden Kosten des Gebäudes: Heizung, Wasser, Versicherungen, Hausmeister, Aufzugswartung und — wichtig — die Instandhaltungsrücklage sowie Verwaltungskosten. Als Vermieter können Sie einen Teil dieser Kosten als Betriebskosten auf den Mieter umlegen (umlagefähige Kosten), aber rund 25–30 % bleiben beim Eigentümer.

Der nicht umlegbare Anteil umfasst typischerweise: Verwaltungskosten der WEG, Instandhaltungsrücklage und alle nicht verbrauchsabhängigen Positionen. Diese müssen Sie aus der Kaltmiete refinanzieren.

Hausgeld berechnen: Formeln

Vermieteranteil Hausgeld

Vermieteranteil = Hausgeld × 0,25 bis 0,30
Hausgeld
Monatliche Vorauszahlung an die WEG
0,25–0,30
Typischer nicht umlegbarer Anteil (je nach Kostenstruktur der WEG)

Effektive Mieteinnahme

Effektive Mieteinnahme = Kaltmiete − Vermieteranteil Hausgeld
Kaltmiete
Vereinbarte monatliche Kaltmiete ohne Nebenkosten
Vermieteranteil
Nicht umlegbarer Teil des Hausgeldes (25–30 %)

Durchschnittliches Hausgeld nach Gebäudealter

Das Hausgeld variiert stark je nach Baujahr, Zustand und Ausstattung des Gebäudes. Ältere Gebäude benötigen höhere Instandhaltungsrücklagen, Neubauten haben dagegen oft höhere Betriebskosten durch Aufzug, Tiefgarage und Gemeinschaftsanlagen.

Gebäudealter Hausgeld €/m²/Mo Einschätzung
Neubau (ab 2015) 3,00–4,00 € Marktüblich
1990–2014 3,50–4,50 € Leicht erhöht — sanierungsbedürftig
Altbau vor 1990 4,50–6,00 € Überdurchschnittlich — Sanierungsbedarf prüfen

Richtwerte für deutsche Eigentumswohnungen, Stand 2026. Starke lokale Abweichungen möglich.

Wann ist Hausgeld ein Warnsignal?

Ein Hausgeld über 4,00 €/m² sollte bei jedem Käufer eine Prüfung auslösen. Mögliche Ursachen: Anstehende Großsanierung (Dach, Fassade, Heizung), unzureichende Rücklage in der Vergangenheit, oder teure Verwaltungsstruktur. AnlageScan markiert Hausgeld automatisch als "überdurchschnittlich hoch", wenn der Wert über ca. 3,00 €/m² liegt — direkt auf der IS24-Anzeige, ohne manuelle Berechnung.

Beispiel: 78 m² ETW, 386 € Hausgeld/Monat

Hausgeld-Analyse

Wohnfläche
78 m²
Hausgeld gesamt
386 €/Mo
Hausgeld pro m²
4,95 €/m²
Signal
Überdurchschnittlich hoch
Vermieteranteil (25 %)
97 €/Mo
Cashflow-Reduktion
−97 €/Mo

Ø-Referenz ca. 3,00 €/m² — diese ETW liegt bei 4,95 €/m², also 65 % über dem Durchschnitt.

Hausgeld automatisch einordnen auf IS24

AnlageScan liest das Hausgeld direkt aus der Anzeige und zeigt sofort, ob es überdurchschnittlich hoch ist — inklusive Cashflow-Auswirkung.

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Hausgeld in der IS24-Anzeige finden und einordnen

ImmoScout24 zeigt das Hausgeld in den Eckdaten einer Anzeige — oft unter "Nebenkosten" oder "Hausgeld" als monatlicher Betrag. Nicht alle Anbieter weisen es vollständig aus; manchmal fehlen Teile der Betriebskosten oder die Angabe bezieht sich nur auf umlagefähige Positionen. AnlageScan liest den ausgewiesenen Wert automatisch aus und berechnet daraus den Vermieteranteil und die Cashflow-Auswirkung. Bei fehlender Angabe schätzt AnlageScan einen Standardwert basierend auf Baujahr und Fläche.

Weiterführende Rechner

Hausgeld sofort auf IS24 einordnen

AnlageScan liest das Hausgeld aus und zeigt Ihnen sofort, was davon beim Vermieter hängenbleibt.

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